Gegen die Zerschlagung der DB Systel!

Kundgebung und Demonstration am Mittwoch, 25.02.2026 ab 09:30 Uhr vor dem Silberturm in Frankfurt

Von „uns wird schon nichts passieren“ bis hin zu „es bleiben nur noch 200 Arbeitsplätze übrig“ reichen die natürlich unbestätigten Aussagen über die Zukunft der DB Systel. Aber der Vorwurf eines Geschäftsführers, es werde ja alles so „dramatisiert“ und die Aussage, es gebe „keine einzige VzP-Stelle weniger“ sind beide falsch, denn:

Im Hintergrund plant der Konzern munter weiter, getarnt ausgerechnet unter dem unsäglichen Titel „Transformation der DB Systel“. Demnach sollen nahezu alle IT-Aufgaben im Konzern „dezentralisiert“ und durch die einzelnen Geschäftsfelder selbst wahrgenommen werden. Gleichwohl fällt bei der DB Systel ein Dominostein nach dem anderen: Die Gesamtbetriebsvereinbarung Mobilitätsbüro (GBV MoBü), die GBV Selbstorganisation 1.1, die GBV Konfliktmanagement – die bislang gut funktionierenden maßgeschneiderten Regelungen für die DB Systel wurden kurzfristig gekündigt oder, obwohl endverhandelt, gar nicht erst unterschrieben mit dem Hinweis auf „den Konzernstandard“. Dezentralisierung durch Zentralisierung?

Zu allen aktuellen Problemen, die die Bahn hat, schafft sich die Vorstandsvorsitzende Evelyn Palla damit noch ein weiteres, vollkommen überflüssiges Problem: Jedes Geschäftsfeld wird künftig selbst über die eingesetzte IT entscheiden können – womöglich inklusive eigener Definitionen von Security- und Softwarestandards. Nicht erst seitdem 2017 der Virus „WannaCry“ zugeschlagen hat – die Botschaft der Erpresser war auf jeder Bahnhofstafel zu lesen -, wissen wir, wie wichtig eine zentral organisierte, zeitnahe Verteilung von Sicherheitspatches ist.

Die bislang vielgepriesene „IT aus einer Hand“ ist damit hinfällig. Leidtragende wären neben unseren Kolleg:innen letztlich die Fahrgäste. Vor allem die Fahrgäste privater Bahngesellschaften können jetzt schon ein Lied davon singen: Ausbleibende, zeitlich stark verspätete oder widersprüchliche Anzeigen am Bahnsteig bzw. im DB Navigator, wenn sich kurzfristige Fahrplanänderungen oder Zugausfälle ergeben. Das verwundert nicht, denn die Echtzeit-Daten müssen über sehr viele Schnittstellen transportiert werden – und jede zusätzliche Schnittstelle birgt ein Fehlerrisiko. Soll so der Standard der Zukunft aussehen?

Und die Aussagen der Politik passen einfach nicht zum Handlungsstil. Wie soll denn die Digitalisierung, die aus dem Verkehrsministerium mantrahaft wiederholt wird, erfolgreich umgesetzt werden, wenn die DB Systel als operative Umsetzerin dieser Digitalisierung „gerupft“ wird und in der Bedeutungslosigkeit verschwinden soll?

Die „Digitale Selbstständigkeit“, also die kurzfristige Auflösung der Abhängigkeiten von US-Tech-Konzernen, wird mit der Filetierung de facto konterkariert: Kleine IT-Abteilungen in den DB-Geschäftsfeldern werden einen eigenständigen Wechsel weg von Produkten von Amazon, Google, Microsoft überhaupt nicht oder nur sehr schwer realisieren können. So bleiben die Geschäftsprozesse und die Daten der DB, letztlich auch das Funktionieren der DB, abhängig von der Willkür der amerikanischen Regierung.

Das profunde Fachwissen, das bei der DB Systel GmbH vorhanden ist, wird durch den Fleischwolf gedreht und an die Konzerngesellschaften verfüttert oder soll gleich ganz outgesourced werden. Dies ist das Gegenteil von Standardisierung und bedeutet, dass im Konzern unnötige Arbeitsmehrungen und Redundanzen geschaffen werden. Kosteneinsparungen durch die „Filetierung“ der DB Systel GmbH können so sicherlich nicht realisiert werden.

Daher ist jetzt die Zeit, Flagge zu zeigen: Mit uns nicht! Jedenfalls nicht so!

Um öffentlich unseren Unmut und auch unsere Betroffenheit zu zeigen über diese Geisterfahrt, rufen wir alle Beschäftigten der DB Systel auf zu einer Kundgebung und einem Demonstrationszug am Mittwoch, dem 25. Februar 2026 um 09:30 Uhr auf dem Jürgen-Ponto-Platz vor dem Silberturm.

Jetzt mitmachen, denn genau jetzt werden die Weichen gestellt!

Vereint zeigen wir nach außen, was wir von solchen Überlegungen halten… daher komm auch du und schließe dich an!

Und natürlich dürft ihr auch entsprechende Transparente vorbereiten und zur Kundgebung und Demonstration mitbringen.